Illustration oben
 
Spontanes Projekt

Schreiben von zuhause

 

Im Zuge der Corona-Prävention müssen neue, kreative Wege gefunden werden, um in Kontakt mit anderen Menschen zu bleiben und auch zuhause etwas zu tun zu haben. Da die Schreibkurse von Laura Marahrens aktuell nicht mehr in unseren Vereinsräumen stattfinden können, haben wir ein spontanes Projekt ins Leben gerufen: Schreiben von zuhause!


Dieses Angebot ist aktuell kostenlos und läuft vorerst in dieser Form bis zum 13. Mai 2020. 


Natürlich freuen wir uns auch über Spenden


Eine erste Email wurde am 17. März 2020 verschickt - der Projektstart, wenn man so will. Die Resonanz auf dieses Angebot war sehr groß und wir, die Freie Altenarbeit Göttingen e.V., sind erfreut und dankbar über so viele schöne Kontakte!


Schreiben von zuhause - wie geht das? 
Laura Marahrens verschickt in regelmäßigen Abständen Übungen aus dem kreativen und biografischen Schreiben per Mail. Geschrieben wird in den eigenen vier Wänden und wann immer dazu Zeit und Muße besteht. Diese Art des Schreibens ist keine Anleitung zum Schönschreiben oder "Wie schreibe ich meine Biografie". Es gibt kein richtig oder falsch. Es kann helfen, alte Erinnerungen zu entdecken und Zusammenhänge zu verstehen - muss aber nicht. Vorallem soll es Freude bereiten in dieser aktuellen Situation!                                                                                                                                  

Wer mitmachen möchte, kann eine Mail an Laura Marahrens schicken.


Um einen gewissen Austausch zu ermöglichen, können die Ergebniss aus den Schreibaufgaben an die Email-Adresse von Laura Marahrens: l.marahrens@f-a-g.de gesendet werden. Sie werden nicht korrigiert oder kommentiert. Sie erscheinen unter Angabe des Vornamens oder der Initialen als PDF auf dieser Webseite. Sie werden unter der Überschrift oder einem Textstichwort der jeweiligen Schreibaufgabe zugeordnet. Das Urheberrecht liegt bei den Autoren der Texte. Diese dürfen nur zum privaten Gebrauch (lesen) heruntergeladen werden.

 

Texte

 

  • Zu dem Thema der ersten Schreibaufgabe "Lieblingsnahrungsmittel" sind viele schöne Geschichten entstanden, die uns Leser an genussvollen Momenten teilhaben lassen.

 

Während eines Spazierganges über einen Markt, wird zum ersten Mal EIN WEIßER PFIRSICH entdeckt. Die Erinnerung bleibt ein Leben lang, wie der Geschmack von PFEFFERMINZ, und an den Prinz, der damit verbunden sein könnte. Während wir noch darüber sinnieren, erkunden kleine Mädchenaugen die Auslagen IN DER BÄCKEREI. Solch edle Kuchen schmecken am Besten mit SCHLAGSAHNE, deren wohlverdienter Platz in der zivilisierten Welt mit schlagenden Argumenten erklärt wird. Oder KIRSCHEN. Wenn sie rot läuchtend am Baum hängen und fleißige Pflücker in die schattigen Äste locken. KIRSCHEN, die einen Autofahrt in die Bretagne versüßten. Das dunkler Rot lässt uns an Wein denken. Was ist das für ein Genuss: EIN GLAS ROTWEIN und dazu Spagetti. Manchmal kommt das Glück so einfach daher. Mit SPINAT UND SPIEGELEI vielleicht und der Geschichte, wie es zu einem Geburtstagsessen wurde. Oder KARTOFFELBREI, aber den echten, den selbstgestampften, der wirklich genauso einfach herzustellen ist, wie Tütenbrei, aber wirklich viel viel leckerer scmeckt!! Ja, was man nicht alles herliches aus KARTOFFELN zubereiten kann und dann erst in Kombination mit GRÜNKOHL - und dann noch mit Kassler - gewonnen beim Preisskat, wer kennt das denn heute noch?

 

  • Das Thema der zweiten Schreibaufgabe "positive Orte" führt uns über die Methode des Automatischen Schreibens an manchen Lieblingsort - lasst uns ein bisschen zusammen dort verweilen!

 

Wir beginnen die Reise des Schreib- und Leseprozesses AM ESSTISCH, wandert von dort aus in Gedanken in die Klosterkirche Bursfelde und finden auf dem Meditationskissen neue Energie. Die KRAFT AUS DER RUHE kann überall gewonnen werden. Es ist ein Gedankenspaziergang, er führt uns zu uns selbst oder in einen ROSENGARDEN auf einem fantastischen Planeten. Auf jeden Fall geht es ANS MEER. Dazu gibt es keine Worte. Das Meer steht für sich. Wir denken daran auf dem schilfgrünen Sofa und zwischen BLÜHENDEM MOHN. Bezaubernd ist das Pink der Pflanze. Wie wohl MEIN HIMMELBLAUER SCHAUKELSTUHL dazu harmonieren würde? Er hat eine 44jährige Geschichte hinter sich. Man kann darin entspannen und sich treiben lassen. Aber so schön wie IM BETT ist es wohl nirgendwo?! Das ist ein Ort, dem sollte mal in einem BRIEF gehuldigt werden. Viel aktiver hingegen wird DIE PFANDLERALM besucht, auf dieser Reise zu den positiven Orten, ist sie erwandert worden und wie der Sehnsuchtsort NIDDEN auf der Kurischen Nehrung immer in Erinnerung geblieben. Richtig gemütlich wird es in KNAPHILL, einem englischen Städtchen in Surrey. Dort besuchen wir ein Wohnzimmer mit Fensternische und vielen liebevoll erinnerten Kleinigkeiten.

 

  •  Die dritte Schreibaufgabe befasst sich mit dem großen Thema "Kleidung", anhand derer eine ganze Biografie geschrieben werden kann oder auch kleine, feine Texte!
 
Aus Fragen zum Thema Kleidung sind Texte geworden. Auch solche, die sich zuerst schwer taten, dann aber auf die Basis zurückgriffen und sich nun vor uns Lesern ausbreiten wie MÄRCHENHAFTE STOFFE, die Kleidung werden wollen, oder auch nicht. Denn manche Kleidungsstile liegen weit zurück, wie die verschiedenen KLEIDUNGSSTÜCKE, die ein Leben begleiten. Manche Textilien sind fast vergessen und man möchte nicht gerne zurück in diese "Pelle" und vielleicht auch nicht in das alte Image?! Vielleicht aber doch. Was macht Kleidung aus uns? Kleider machen Leute - Leute machen Kleider, heißt es in diesem GEDICHT. Und wie geht es weiter? Vielleicht ist der Blick in den Kleiderschrank wie eine Reise. Da stellt sich schnell die Frage, wenn jemand sich zu kleiden weiß, woher denn dieses Outfit sei und für wen der ganze "Putz"? Schön, wenn man dann antworten kann: MEINE KLEIDUNG SOLL MIR GEFALLEN! Und wenn man Mut beweist DEN GÜRTEL, der so ausgefallen ist, so wie man sonst gar nicht auftritt, trotzdem kauft, weil er so verdammt schön ist!! Dann machen Kleider Leute, aber zum Glück noch keine Menschen. Helga weiß davon zu erzählen und lässt uns teilhaben an einer kleinen KLEIDUNGSBIOGRAFIE garniert mit Sprichwörtern. Ebenfalls eine Art Biografie, aber anhand einzelner Stücke, die im Kleiderschrank auf ihren großen Auftritt warten, entsteht, wenn man ENDLICH AUFGERÄUMT hat! Was findet man da? Welche Kleidung kennzeichnet EINE RUSSISCHE DOLMETSCHERIN? Und wo liegt der Unterschied zwischen den "Perlons" und den Pferdemädchen? Jedes Alter hat seinen Kleidungsstil und manchmal hilft es auch, einen Wunsch ausgesprochen zu haben.    
 
 
  • Zu einem besonderen Osterfest in einer besonderen Zeit kann viel geschrieben werden. Die vierte Schreibaufgabe stellt fest: "Im Frühling ist Ostern" und lädt ein, darüber zu dichten und sich zu erinnern, wie es war, dieses Ostern, all die Jahre zuvor und wie es jetzt aktiv schön gestaltet werden kann.
 
Begonnen mit der Bedeutung von Ostern: dem Erwachen des Lichtes und der Auferstehung vom Tod, stimmt uns ein kleines, aber feines GEDICHT auf die folgende Lesereise ein. Es ist Ostern und es ist Frühling - da werden bestimmte Rituale zelebriert. MAGISCHE OSTERN stellen sich durch die Erinnerung an ein Osterfeuer in der Frühe dar, wo die Osterkerze entzündet und in den frostigen Morgen getragen wird. Oder auch beim Eiersuchen mit den Kindern, die bei so vielen hoppelnden Hasen doch noch an den Zauber glauben. Rituale gibt es zu Ostern und zum Frühlingsbeginn: So auch das große Reinemachen im Gartenteich und der Frühlingspaziergang durch den Wald. Auf der Suche nach Bärlauch wurde auch anderes IM FRÜHLING GEFUNDEN.   
 
 
  • Dem großen und sehr vielschichtigen Thema "Haare" widmet sich die fünfte Schreibaufgabe. Ob ein neues Musical entsteht, oder gar ein Haarknoten entwirrt wird?
 
Es sind HAARIGE ZEITEN, auf die wir zusteuern, wenn der Frisörsalon weiter geschlossen bleiben muss. Da hilft nur ABWARTEN UND WACHSEN LASSEN! Denn manche haben eine viele Jahre währende, vertrauensvolle Beziehung zu der einen Frisörin. Aber es wird auch wieder anders! So gibt es in manchen Familien das AHNINNEN-HAARGEN, das Haare zart und seidig erscheinen lässt und FrisörInnen zu einem "Pixie-Cut" motiviert - ohne großes Gezauber. Ein Haarschnitt, der mit Locken nichts zu tun hat. Aber Locken waren mal sehr gefragt - Dauerwellen waren in Mode. Davon erzählt auch die SILBERHAARFRAU, die heute sehr an ihren glatten Haaren hängt. Und die, die LOCKEN haben, träumen von glattem Haar und Zöpfen, müssen sich Dinge sagen lassen, wie "Krauses Haar, krauser Sinn, steckt ein kleiner Teufel drin", um dann doch irgendwann die Vorteile der pflegeleichten Locken rühmen zu können. Selbst ergraut oder als TrägerIn von STOLZEM WEIß, es ist viel Wert, zu sich, den eigen Haaren und dem entsprechenden Alter stehen zu können! Schön wenn man sie hat, die Haare. Nur bitte nicht überall am Körper! HAARIG, HAARIG! Die Achselhaare sprießen! Wobei man da deutlich unterscheiden muss zwischen Frauen- und Männerhaaren! Auch so ein Thema für Traktate! Vermutlich sind es auch die Frauen, die öfter sich selbst und den Sitz der Haarpracht IM SPIEGEL begutachten. Interessant, wenn da etwas fehlt. Was mag es wohl sein? Und wo habe ich sie her, die Haare in Farbe und Form? Von der Mutter? Vom Vater? Die MENDELSCHEN GESETZE geben Auskunft!       
 
 
  • "Psst ... soll ich dir was verraten? Ich hab da was. Komm, wir gehen mal nach da drüben. Vorsicht, dass uns keiner sieht. Ich hab die sechste Aufgabe hier. Wo? Na hier auf meiner Webseite. Was, glaubst du nicht? Willst du eine Kostprobe von meinen ganz besonderen "Geheimrezepten"? Na gut, dann will ich mal nicht so sein. Sag's aber allen weiter! 
 
Was hier genau ausgeplaudert werden soll, ist anders als ein Geheimnis. Es hat eine andere Rezeptur, es ist halt kein Geheimnis, denn das ist oft mit Schweigegeboten belegt. Das WESEN DES GEHEIMNISSES enthüllt seine Zutaten nur unter bestimmten Bedingungen, aber hier sollte es ja eigentlich auch um ein Geheimrezept gehen, nicht um eine Rezeptur für ein Geheimnis... 
Und wem diese Anmoderation zu nebulös erscheint, der sollte nicht verpassen, das lyrische GEWITTERGEGENMITTEL laut zu lesen. Da kracht es und schmerzt es und Fußball spielt auch eine Rolle. Manche Frau glaubt gar nicht, wie wichtig das sein kann. Fußball -  das struckturiert für viele Menschen das Jahr und ich beantrage, der abwesenden, weil Fußball kompensierenden Männer wegen, die Aufnahme dieses Geheimrezeptes in die Auflistung von ALLEM, WAS GUT TUT. Aber was ist denn das? Was hilft denn wirklich? Was kann ich tun, wenn ich nicht schlafen, nicht mit Denken aufhören, nicht die Ängste abschütteln kann? Die WICHTIGSTE ZUTAT dieser Gegenmittel lautet: "Steh auf und geh..." Das ist sehr weise und lebensnotwendig: immer einmal mehr aufzustehen, als dass man hingefallen ist. Und wem das zu banal ist, der kann auch die Ellenbogen in Zietronensaft baden, die Haare mit Tapetenkleister ... ach, lest doch bitte die VIER GEHEIMREZEPTE!
 
 
  • Laufend neue Aufgaben: schreibend laufen und das Erlaufene aufschreiben ist Thema der siebten Schreibaufgabe: "Spaziergang"
 
Der eine Weg, den man so oft gegangen ist, den man bis in jede Baumspitze kennt, der geheimnisvoll, warnend erfahren, manchmal verhasst und lange schon verlassen wurde, ist hier DER ROTE BERG. Das war nicht nur ein Spaziergang, es war Lustwandeln, Flanieren, Schreiten - kurz DES SPAZIERGANGS FAMILIE begleitet uns im Gehen und hat dem vom schnöden Mammon trist verformten Alltag mit dem Spaziergang einen freundlich zwinkernden Gegenspieler lässig lächelnd zur Seite gestellt. Und manchmal sind es nicht die Wanderungen zu bedeutenden Plätzen. Im SPAZIEREN durch die Stadt und die nahe Umgebung ohne Hast und Ziel, begleitet von selbstgestellten Aufgaben, gibt es VIEL ZU ENTDECKEN. Denn die Veränderung passiert beim Gehen. Das ist DER ALLTÄGLICHE WEG ZUM GLÜCK oder auch der Weg, der über den Berg führt. Es braucht nicht viel sich aufzuraffen und LOS GEHT'S! Manchmal helfen aber auch die Hunde, die raus wollen bei Wind und Wetter und jetzt im Mai zu den jungen Rindern. Oder der Sohn etabliert einen regelmäßigen Sonntagsspaziergang mit seiner Mutter. Dabei kann man vortrefflich erzählen von SPAZIERGÄNGEN MIT OPA, der immer auch singen musste vor den peinlich berührten Enkeln. Tja ja, die eine erinnert die Spaziergänge mit dem Opa, die andere den einen FAMILIENSPAZIERGANG 1950, wo eine Belohnung als Bestechungsversuch versprochen wurde. Wie weit die kleinen Kinderbeine wohl damals bereit waren für einen Riegel Schokolade zu gehen?      
 
 
  • Auch ein Schreibkurs kann nicht ewig währen und so folgt hier die letzte Schreibaufgabe. Die behandelt dafür aber "Lebenslange Möbel", solche, die uns, wie die Erinnerung, ein Leben lang begleiten. 
 
Was soll das denn sein? Lebenslange Möbel? Wie alt bin ich, solche Gegenstände zu besitzen? Oder hatte sie jemand zuvor? Bin ich nur der Erbe der Familienmöbel? Und WER ERBT DIE ERBSTÜCKE, die Regalwand und den Flügel? Noch stehen sie am alten neuen Platz. Noch lassen sie uns Erinnerungen erzählen an all die Aktivitäten, die DER KÜCHENTISCH erlebt hat und wir an ihm und dabei ist er nicht mal schön. Nein, er ist kein Parade-Möbel - nicht zu vergleichen mit DEM STEHPULT von 1880. Oder DEM ESSZIMMER, dass nach dem Krieg an einem, seitlich noch bestehenden, Hausgerippe hing. Das ist doch ein Zeichen, wenn ein einzelnes komplettes Esszimmer überlebt und mit ihm so viele alte Designschätze. Die stecken auch manchmal in einem dunklen, niedrigen und wuchtig fremden Schrank, der zu keinem Möbelstück in seiner Umgebung richtig passen will, aber jeden Umzug mitmacht, weil er DER WÄCHTER EINES SCHATZES ist! So bedeutend muss das Möbelstück aber auch gar nicht sein. Wir sind ja nicht auf einer Auktion und bieten unsere Lebens-Möbel feil - es ist der ideelle Wert, der zählt! 
 

Copyright © 2008-2015
Freie Altenarbeit Göttingen e.V. / Kontakt:
info@f-a-g.de
Seite aktualisiert am 12.08.2016