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 Nachlese vom 01. Juni 2016

Nachlese Erzählcafé vom 01. Juni 2015

„Hebammen in unserer Zeit"

Mit: Sandra Hartwigsen, Hebamme und weiteren Erzählerinnen 

Moderation: Dr. Hartmut Wolter

Hebammenkunst in unserer Zeit

Die Hebammenkunst gehört zu den ältesten Berufen, sie ist in allen Kulturen der Welt zu vorhanden. In dem Erzählcafé mit der Hebamme Sandra Hartwigsen (Jg. 1968) gab es für die 15 Gäste die Gelegenheit, über den Wandel im deutschen Hebammenwesen in den letzten 30 Jahren mehr zu erfahren. In dieser Zeit hat die „Hebamme Sandra“ etwa 1200 Geburten begleitet.

EC am 15.4.2015

Im Gegensatz zu den Beschäftigten in der Pflege hatten die Hebammen scheinbar schon immer ein größeres Selbstbewusstsein, um von patriarchalen Strukturen und vom Obrigkeitsdenken geprägten Abläufen im Krankenhaus abzuweichen – zum Wohle der werdenden Mütter und der Neugeborenen. Manchmal mussten die wohltuenden Maßnahmen für die Mütter heimlich geschehen. Nach und nach setzte es sich aber durch, dass es nicht nur steril und mucksmäuschenstill sein musste, dass die Frauen essen und trinken konnten oder dass sie sich bewegen durften, gern auch im Zusammensein mit den werdenden Vätern.

Sie zeichnet die Entwicklungen nach, die von deckenhoch weiß gekachelten Kreißsälen hin zu gemütlichen Entbindungszimmern gehen, von Säuglingszimmern, in die man nur durch eine Fensterscheibe blicken durfte bis zum Rooming-in.

Nachteilig hat sich z. B. jedoch die rechtliche Situation verändert. Musste eine selbstständige Hebamme vor zehn Jahren noch jährlich 1.300 € an die Berufshaftpflichtversicherung zahlen, so sind es mittlerweile über 7.000 € im Jahr. diese Entwicklung hat dazu geführt, dass immer weniger Hebammen freiberuflich tätig sein können. 

Das kurzweilige und mit wunderschön bildhaft ausgemalten Darstellungen verlaufende Erzählcafé beendet Sandra Hartwigsen mit einem Motto des Hebammenbundes:

„Denn das Leben braucht einen guten Anfang!“. Danke Sandra! 

- Hartmut Wolter -    

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Seite aktualisiert am 12.08.2016