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Nachlese vom 04. Mai 2016

Nachlese Erzählcafé vom 04. Mai 2016

„Die Honigbiene"

Mit: Hubertus Röllecke, Imker aus Göttingen 

Moderation: Hartmut Wolter

„Alle Bienen, zu denen die Hummel ebenso wie die Solitärbienen gehören, sind Blütenbestäuber. Sie plündern nicht die Natur, sie fressen keine Pflanzen und töten keine Tiere, sondern bilden ein unentbehrliches Glied in dem Prozeß Blüte- Frucht. Sie nehmen an, was ihnen, allein für sie bestimmt, angeboten wird, ohne dabei etwas zu zerstören.“ (Prof. Friedrich Ruttner: „Naturgeschichte der Honigbienen“ 1992)


Das Erzählcafé mit rund 20 Besuchern stand eben unter diesem Motto. Der Göttinger Imker Hubertus Rölleke gewährt sowohl einen historischen als auch einen persönlichen Einblick in das Thema. Er berichtet, dass ihn schon als Kind die Fluglöcher an den Bienenstöcken fasziniert haben. Doch kam er selbst erst vor  zehn Jahren zur Imkerei. Dabei war es nicht der Honig, der ihn dazu brachte mit der Imkerei zu beginnen, sondern die Obstbäume in seinem Garten.
Der Erzähler weist wiederholt darauf hin, dass die Bienen in ihrer Funktion als Bestäuber einmalig sind und dass jede Bienenart ihre speziellen Vorzüge aufweist. Auf besorgte Nachfragen aus dem Publikum, ob Pestizide oder andere Schadstoffe ein Bienensterben verursachen, reagiert Herr Rölleke sehr differenziert. Nicht nur Pestizide würden zu einen Rückgang der Bienenvölker führen, sondern auch der Rückgang der Imker.
Es besteht also eine gegenseitige Abhängigkeit. Momentan gibt es in Deutschland ca. 80.000 Imker, wobei lediglich 3% Berufsimker sind, was wiederum bedeutet, dass sie mehr als 70 Bienenvölker besitzen. Bei 30-70 Völkern spricht man von einem Nebenerwerb und unter 30 Völkern vom Hobby- Imker. Neben dem Honig, welcher ähnlich wie ein Jahrgangswein jedes Jahr eine andere Qualität entwickelt, gibt es noch sechs andere „Bienenprodukte“: Bienenwachs, Pollen, Gelee-Royal, Propolis (natürliches Antibiotikum), Bienengift (Apis) und die Bestäubung von Blüten als Nebenprodukt.
Neben den Fakten und Daten wird doch auch immer wieder deutlich, wie sehr Hubertus Rölleke seine Bienen und die Imkerei liebt. Während die Besucher den von seinen Bienen produzierten Honig kosten, beschreibt er das Gefühl, wie es für ihn ist, durch die Natur zu fahren und dabei die Bienen summen und wirken zu hören.
- Sarina Paap -

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Seite aktualisiert am 12.08.2016