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Nachlese EC vom 22. Oktober 2014 

LesBiSchwule KULTURTAGE – Meilen, Steine, bewegte Geschichte!

Lesbische Netzwerke – woher und wohin?

Eine Reise in die Vergangenheit und ein Blick in die Zukunft.

  
Moderatorin und Mitorganisatorin: Simone Kamin
Moderatorin und Koordinatorin von LiN: Dr. Kirsten Plötz


An diesem Abend gab es wohl keine Frau, die nicht lebhafte Erinnerungen hervorholte oder zumindest eine bildliche Vorstellung davon bekam, wie die Entstehung von einem Wir-Gefühl, Abgrenzung und Widerstand der lesbischen Bewegung der 80er eigentlich war.

Regina Meyer, Demografiebeauftragte im Landkreis Göttingen, erzählte von ihrer ersten Begegnung mit dem Göttingen der 80er Jahre. Einer Stadt, die eine Plattform war, sich auszuleben, zu finden, mit Flyern, Plakaten und Orten wie dem Frauenzentrum, an das heute gar nichts mehr erinnert. Schade, denn eine Art Lesbenzentrum, ein lesbisches Pendent zum traditionell schwul geprägten Reinhäuser Waldschlösschen, das wünschen sich viele. Daneben zeigten sich weitere Bedürfnisse, die trotz der Vorarbeit der älteren Generationen noch offen stehen und vielleicht im nun aufgeschlossenen 2014 Achtung finden.

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Wie sieht es aus mit gemeinschaftlichem Wohnen, einem Lesbencafé oder mehr Sichtbarkeit im öffentlichen Raum? Simone Kamin, Mitorganisatorin der LesBiSchwulen* KULTURTAGE leitete die Runde, um solche Zukunftsvisionen und Träume herauszukristallisieren. Und eines stand im Mittelpunkt: der Wunsch nach Vernetzung und Austausch.

Moderatorin und Koordinatorin von LiN (Lesbisch in Niedersachsen) Dr. Kirsten Plötz präsentierte stolz das auf Landesebene neu auf die Beine gestellte Netzwerk. Endlich ist es möglich, lesbische Belange zu organisieren, sich zu vernetzen und dies auch noch bezuschusst mit Geldern vom Land Niedersachsen.

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Abgegrenzt von der Schwulenszene, die bislang im Mittelpunkt der homosexuellen Öffentlichkeit stand. Andererseits ist man heute einen Schritt weiter und hat mit dem Queeren Netzwerk Niedersachsen (QNN) einen Verbund geschaffen, der sowohl Lesben und Schwule, als auch trans- und intergeschlechtliche Menschen zusammenbringt.

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"Witzig, wie sich die Zeiten ändern", kommt es aus der Runde, "vor Jahren noch wären Männer aus Lesbenkreisen lauthals hinausgeworfen worden, später dann freundlich hinauszitiert und heute, da kann man gar nicht mehr sagen, ob der Mann, der aussieht wie ein Mann, ein Mann ist oder vielleicht doch eine Lesbe".

Auch dahin reicht die Aufgeschlossenheit, es hat sich wirklich viel geändert. Vom Freiheitskampf der von den 60ern genährten 80er-Generation, die noch mit wortwörtlicher Nacktheit und Revolutionsgeist ihren Weg machten, über die Festigung und von Achtung und Respekt durch Vehemenz und Ausdauer in den letzten 20 Jahren.


Heute scheint es, als wäre der Weg für die junge Generation schon geebnet, aber es gibt noch viel zu tun für das Lesbische Netzwerk, auch hier in Göttingen!

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Seite aktualisiert am 12.08.2016