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EC-Nachlese vom 12.11.2014  

Erzählcafé vom 12. November 2014

"Ich hatte einen Schießbefehl"

mit Paul Küch
Moderation: Dr. Hartmut Wolter


Der Raum war dicht gefüllt, als Paul Küch beginnt, von seinem jungen Leben vor 30 Jahren zu erzählen.
Viele Vorurteile und Beschimpfungen waren ihm seither begegnet, denn er war einst Grenzsoldat in der DDR.

Mit Fotos seiner Wehrpflicht-Unterlagen, von Grenzanlagen und mit Damals-Heute-Vergleichen wurde sein Erlebtes zum Greifen nah.

Gemustert 1981 und letztendlich eingezogen 1982 war ihm anfangs gar nicht bewusst, was da eigentlich von ihm verlangt wurde. "Schusswaffengebrauchsbestimmung" lautete der Befehl, Republikflüchtige an der Grenze aufzuhalten. Zuerst ein Warnruf, dann ein Warnschuss und letztendlich der Waffengebrauch. So wurde es ihm befohlen.

Die jungen Soldaten waren selbst überfordert und zu wenig über solche Ereignisse aufgeklärt. Geübt wurden während der unzureichenden Ausbildung höchstens Grenzkontrollen. So blieben die Rekruten mit ihren Fragen und Ängsten alleine.

Im "Grünen Streifen" bei Asbach, gegenüber von Bad-Sooden-Allendorf, patrouillierte Paul Küch mit Kameraden und musste acht Stunden am Stück, manchmal auch länger, auf den Grenztürmen ausharren. Der Ausblick in den hell erleuchteten Westen – so hatte Paul Küch ihn in Erinnerung – war ihm verwehrt, denn seine Gegner seien im Osten, dorthin müsse er auch seinen Blick richten.

Schnell wird klar, was die Wehrpflichtigen miterleben mussten.

 

EC am 12.11.2014: Moderator Dr. Hartmut Wolter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

EC am 12.11.2014: Ich hatte einen Schießbefehl

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

EC am 12.11.2014: Ich hatte einen Schießbefehl

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Wie es in seiner Geschichte als Grenzsoldat, die auch großen Einfluss auf seine privaten Beziehungen hatte, letztendlich weitergeht, verrät Paul Küch in seinem Buch „Ich hatte einen Schießbefehl – Gezählte Tage im Eichsfeld".

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Seite aktualisiert am 12.08.2016