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Nachlese vom 4. Juni 2014 

Nachlese Erzählcafé vom 4. Juni 2014:

„Wer waren Barbara, Ehrengard Schramm und Hermann Löns?“ 

Mit Erzähler Klaus Wettig (*1940)
Moderatorin:  Annette Rehfus

 

Mit Blick auf die Frage „Wer waren Barbara, Ehrengard Schramm und Hermann Löns?“ konnte das Erzählcafé des Monats Juni Klaus Wettig begrüßen, der als Göttinger Urgestein und Autor des Buches „Spurensuche und Fundstücke, Göttinger Geschichten“ als einer der besten Kenner der Göttinger Stadtgeschichte gelten kann.

Klaus Wettig - EC vom 4. Juni 2014

     EC vom 4. Juni 2014

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Klaus Wettig, der in der Theaterstraße aufwuchs und seine Karriere als Schriftsetzer beim Göttinger Tageblatt begann, interessierte sich schon früh für die Vergangenheit seiner Heimatstadt und stellte dabei fest, dass insbesondere Straßennamen interessante und wichtige Anhaltspunkte für die Geschichte und die Entwicklung einer Stadt darstellen können.

So hatten beispielsweise viele Straßen und Plätze während des „Dritten Reichs“ noch ganz andere Namen und mussten sich als „Straße der SA“ oder „Adolf Hitler Platz“ bezeichnen lassen. Diese Namen wurden jedoch nach Kriegsende sehr schnell geändert, weshalb die Menschen endlich (wieder) in der Theaterstraße oder am Albaniplatz wohnen konnten.

EC vom 4. Juni 2014 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da sich die Stadt Göttingen in den Folgejahren jedoch ständig vergrößerte, war es mit diesen Umbenennungen nicht getan. Stattdessen entstanden ganze Viertel neu, in denen man heute – wie zum Beispiel an den Zietenterrassen viele Straßen mit Frauennamen entdecken kann, was den Bemühungen um die Gleichberechtigung der Frau auch im historischen Kontext geschuldet ist. In diesem Viertel liegt nun übrigens auch der Ehrengard-Schramm-Weg, der eine Frau ehrt, die schon früh an die Verbrechen der Nationalsozialisten in Griechenland erinnerte und sich dort für die Errichtung von Gedenk- und Bildungsstätten einsetzte.

EC vom 4. Juni 2014EC vom 4. Juni 2014

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Klaus Wettig konnte den zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörern also auf anschauliche und spannende Weise die Göttinger Stadtgeschichte näher bringen und machte Lust, mal wieder bewusst durch die Stadt zu gehen wobei man an jeder Ecke auf interessante Anekdoten und beeindruckende Biografien treffen kann – probieren Sie es aus!

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Ach ja, und wer waren nun Barbara und Hermann Löns?

 

Hermann Löns, dessen Straße man unter anderem in Adelebsen finden kann, war ein deutscher Journalist und Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, der sich schon früh mit Themen wie Heimat aber auch Natur und Naturschutz auseinander setzte. Barbara hingegen war eine französische Jüdin, die sich trotz der Erfahrungen des zweiten Weltkriegs in die Stadt Göttingen und ihre BewohnerInnen verliebte und mit dem "Göttingen-Lied" die deutsch-französische Freundschaft belebte. Der beliebten Chanson-Sängerin wird nun ebenfalls an den Zietenterrassen mit einer Straße gedacht.

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Seite aktualisiert am 12.08.2016