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Zur „Philosophie" des Projekts

Grundlage des Projektes ist die Idee, dass Altern weder für die Einzelnen noch für die Gesellschaft eine Belastung sein muss. Die Entwicklung der modernen Medizin, die uns die Möglichkeit gibt, älter, vielleicht sogar sehr alt zu werden, sollten wir nicht als Bedrohung, sondern als Chance betrachten. Es öffnet uns Wege zu einer weiseren, gelasseneren, zivileren Gesellschaft.

Dann allerdings muss das Alter ein integrierter, ein aktiver Teil des sozialen Lebens werden. Dann muss Lernen bis ins hohe Alter eine Selbstverständlichkeit sein – wechselseitiges Lernen über die Generationsgrenzen hinweg. Dann müssen die Erfahrungen, die Fähigkeiten, ja, auch die durchaus vorhandenen Energien und Träume älterer Menschen produktiv genutzt werden und sich mit den Träumen der jüngeren Generationen verbinden.

Dazu brauchen wir Orte und Öffentlichkeiten, Kulturzentren und Projekthäuser, Lern- und Diskussionsforen, Phantasie und Engagement. Das Alter in Pflegeheimen einzusperren und vom aktiven Leben auszugrenzen, ist inhuman, töricht und unbezahlbar.

Das Alter ins öffentliche Leben zu integrieren, neue und anregende Formen ziviler Ehrenamtlichkeit zu erfinden, neue Orte des Lernens und des Austauschs, „Erfahrungsbörsen“ und Selbsthilfeprojekte, Theatergruppen und Universitäten des Dritten Lebensalters, regionalen und internationalen Austausch, reisende Hochschulen – auch für Ältere, neue gemeinsame Wohn- und Arbeitsformen – all das würde unserer Gesellschaft nützen, sie menschlicher, aktiver und wahrscheinlich sogar erfinderischer machen, um die Probleme der Zukunft pragmatisch und kommunikativ zu lösen.

Eine solche Idee kostet nicht zu viel Geld. Auf mittlere Sicht würde sie vielmehr Kosten einsparen, vor allem im Gesundheitsbereich. Aber sie braucht ein professionelles Gerüst. Mit Ehrenamtlichen allein ist sie nicht zu leisten.

Gerade die aktive Arbeit mit älteren Menschen (nicht nur die Pflege) setzt hohe professionelle Fähigkeiten voraus: die Kompetenz zu integrieren und zu moderieren, Projekt- und Qualitätsmanagement, spezifische Fachkenntnisse und Handlungskompetenzen. Die Freie Altenarbeit hat damit angefangen.

Sie ist ein lernendes Projekt – seit beinahe 20 Jahren. Ihr Ziel ist es, andere Initiativen zu ermutigen, Ähnliches auszuprobieren und auf praktische Weise zu zeigen, dass eine „alternde Gesellschaft“ durchaus eine aktive, engagierte, eben eine zivilere Gesellschaft sein kann.

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Freie Altenarbeit Göttingen e.V. / Kontakt:
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Seite aktualisiert am 12.08.2016